Haltung und Ziel
Der Klettersportverein Cottbus e. V. übernimmt Verantwortung für den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Wir setzen uns aktiv für eine sichere, respektvolle und wertschätzende Sportumgebung ein. Jede Form von körperlicher, seelischer oder sexualisierter Gewalt, von Machtmissbrauch, Grenzverletzungen oder Diskriminierung in Bezug auf Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Identität, Behinderung, Alter oder anderen persönlichen Merkmalen wird in unserem Verein konsequent abgelehnt und verfolgt.
Ziel dieses Schutzkonzepts ist es:
Kinder und Jugendliche zu schützen und zu stärken,
Ehrenamtliche und Verantwortliche handlungssicher zu machen,
klare Abläufe für Prävention und Intervention festzulegen.
Geltungsbereich
Dieses Schutzkonzept gilt für
- alle Kinder- und Jugendgruppen des Vereins,
- alle Trainer/-innen, Übungsleiter/-innen, Betreuer/-innen unseres Vereins,
- alle haupt- und ehrenamtlich Tätigen,
- ebenso für Gasttrainer/-innen und weitere volljährige Personen, die im Kontakt mit minderjährigen Vereinsmitgliedern stehen,
- sämtliche Vereinsangebote, Trainings, Wettkämpfe, Fahrten und Veranstaltungen.
Risiko- und Schutzanalyse
Die Risiko- und Schutzanalyse dient dazu, typische Gefährdungssituationen im Vereinsalltag bewusst wahrzunehmen und durch klare Maßnahmen zu minimieren. Sie wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.
Typische Risikobereiche im Sportverein
Umkleiden und Duschen:
- unbeaufsichtigte Situationen ·
- fehlende klare Zuständigkeiten
- Grenzverletzungen durch Worte, Blicke oder Verhalten
Einzeltraining / Nachholtermine
- 1:1-Situationen ohne Einblick Dritter
- Abhängigkeit zwischen Trainer/-in und Kind/Jugendlichem
Fahrten, Turniere und Übernachtungen
- besondere Nähe durch gemeinsame Unterbringung
- fehlende klare Regeln und Absprachen ·
- Überforderung einzelner Betreuender Körperkontakt im Sport ·
- notwendige Hilfestellungen können missverstanden werden
- fehlende Sensibilität für individuelle Grenzen
Digitale Kommunikation
- private Chats zwischen Trainer/-innen und Minderjährigen
- Weitergabe von Fotos/Videos ohne Einwilligung
- unklare Kommunikationsregeln
Konkrete Schutzmaßnahmen im Verein
Strukturelle Schutzmaßnahmen
- möglichst keine unbeobachteten 1:1-Situationen (z. B. Training in Gruppen, offene Türen)
- klare Vertretungs- und Zuständigkeitsregelungen
- Anwesenheit von mindestens zwei Betreuungspersonen am besten unterschiedlichen Geschlechts bei Fahrten und Übernachtungen
Regeln für sensible Bereiche
- Betreten von Umkleiden und Duschen nur bei Bedarf und nach Ankündigung oder in medizinischen Notfällen
- klare Absprachen zur Nutzung von Sammelumkleiden
- respektvoller Umgang, keine Kommentare über Körper oder Aussehen
Gestaltung von Einzelkontakten
- Einzeltraining nur in Ausnahmefällen und transparent
- Information der Eltern über Zeitpunkt und Ort
- möglichst Sichtbarkeit für Dritte
Körperkontakt bewusst gestalten
- Hilfestellungen nur sportlich notwendig und angekündigt
- Grenzen von Kindern und Jugendlichen werden respektiert
- Alternativen zu direktem Körperkontakt nutzen, wenn möglich
Digitale Kommunikation
- Kommunikation möglichst über offizielle Vereinskanäle oder Gruppen
- keine privaten Einzelchats ohne Kenntnis der Eltern
- Fotos und Videos nur mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten
Ressourcen und Stärken des Vereins
- engagierte und qualifizierte Trainer/-innen und Betreuer/-innen
- bestehender Verhaltenskodex
- klare Vereinsstrukturen und feste Trainingszeiten
- benannte Ansprechpersonen für Kinder, Jugendliche und Eltern
Diese Ressourcen werden gezielt genutzt, um eine sichere Vereinsumgebung zu gewährleisten.
Prävention im Vereinsalltag
Der Klettersportverein Cottbus e. V. setzt folgende präventive Maßnahmen um:
- Information aller neuen Trainer/-innen und Betreuer/-innen über das Schutzkonzept
- Benennung von mindestens zwei vereinsinternen Ansprechpersonen
- altersgerechte Information von Kindern und Jugendlichen über ihre Rechte
- transparente Information von Eltern über Haltung, Regeln und Ansprechwege
Ansprechpersonen
Der Verein benennt vier Ansprechpersonen. Dabei sind sowohl beide Geschlechter, als auch beide Kinder- bwz. Jugendkurse vertreten.
Die Ansprechpersonen:
- sind bei Sorgen, Beobachtungen oder Verdachtsmomenten ansprechbar,
- hören vertraulich zu und nehmen Hinweise ernst,
- kennen das weitere Vorgehen bei Verdachtsfällen,
- leiten keine eigenständigen Ermittlungen ein.
Die Kontaktdaten der Ansprechpersonen werden vereinsintern sowie für Eltern und Jugendliche sichtbar bekannt gemacht.
Interventionsleitfaden bei Verdacht oder Vorfall
Grundsätze
- Ruhe bewahren und besonnen handeln
- Wahrnehmungen und Aussagen ernst nehmen
- Schutz des betroffenen Kindes oder Jugendlichen hat oberste Priorität
- der Wille des betroffenen Kindes oder Jugendlichen wird akzeptiert
- Keine Alleingänge, keine Schnellschüsse
Bei einem unguten Gefühl oder einer Beobachtung
- Eigene Wahrnehmung ernst nehmen à Auffälliges Verhalten, Grenzverletzungen oder irritierende Situationen nicht bagatellisieren.
- Beobachtungen sachlich festhalten ==> Datum, Ort, beteiligte Personen, konkrete Beobachtungen (keine Bewertungen oder Vermutungen).
- Ansprechperson informieren ==> frühzeitig Kontakt zu einer der benannten Ansprechpersonen aufnehmen.
Bei einer direkten Aussage eines Kindes oder Jugendlichen
- Zuhören und ernst nehmen
- ruhig bleiben, ausreden lassen
- keine Schuldzuweisungen oder Bewertungen
- Keine Versprechen machen ==> insbesondere kein Versprechen absoluter Geheimhaltung
- Unterstützung signalisieren ==> deutlich machen: „Du hast richtig gehandelt, dass du darüber sprichst.“
- Gesprächsinhalte zeitnah dokumentieren ==> möglichst wortgetreu, ohne eigene Interpretation
- Ansprechperson informieren ==> weiteres Vorgehen gemeinsam abstimmen
Was ausdrücklich zu unterlassen ist
- eigenständige Ermittlungen
- Konfrontation der verdächtigten Person
- Information unbeteiligter Dritter
- Bagatellisierung oder Infragestellung von Aussagen
Weitere Schritte im Verein
- Beratung und Einschätzung im kleinen, verantwortlichen Kreis (z. B. Vorstand, Ansprechpersonen)
- ggf. Hinzuziehen externer Fachstellen oder Beratungseinrichtungen
- bei gewichtigen Anhaltspunkten: Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Jugendamt
- Dokumentation aller Schritte
Verankerung und Weiterentwicklung
- Das Schutzkonzept wird vom Vorstand des Klettersportverein Cottbus e. V. beschlossen.
- Es ist Bestandteil der Vereinsarbeit im Kinder- und Jugendbereich.
- Eine Überprüfung und ggf. Anpassung erfolgt regelmäßig, spätestens alle zwei Jahre.
Beschlossen durch den Vorstand am 04.03.2026
gez. Theodor Kubusch (Vorsitzender)
gez. Linda Kunz (Vertreterin d. Sektionsjugend)
Ansprechpersonen & Notfallkontakte
Interne Schutzkoordinator/-innen
Ansprechpartner/-in bei Schutz gegen Gewalt, Machtmissbrauch, Grenzverletzung und Diskriminerung gemäß Schutzkonzept
Externe Beratungs- und Notfallstellen
Bei akuter Gefahr: Polizei / Notruf: 110
Jugendamt Cottbus
Kontakt: 0355 6120
E-Mail und Öffnungszeiten: jugendamt@cottbus.de, Öffnungszeiten siehe Webseite.
Webseite: https://cottbus.de/jugendamt
Nummer gegen Kummer – Kinder & Jugendliche: 116 111 (kostenlos, anonym)
Nummer gegen Kummer – Elterntelefon: 0800 111 0 550
Wichtiger Hinweis
Du musst mit deinen Sorgen nicht allein bleiben. Es ist richtig, Hilfe zu holen und darüber zu sprechen. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat Klettersportverein Cottbus e. V. oberste Priorität.